Bald sind wir wieder
auf unserer gewohnten Straße parallel zur Bahnlinie.
Rechts, ein Stück entfernt, sieht man die Interstate.
Viele riesige Schlaglöcher
hat der alte Beton hier (Potholes), dafür haben wir
heute Rückenwind! Und so
kommen wir recht gut vorwärts, dazu hupen die langen
Güterzüge der
Southern Pacific Railroad aufmunternd aus sämtlichen
Rohren, und fast jeder
Zugführer winkt aus seiner Lok. Ein Harley-Biker dreht
sogar extra um, um uns
Good Luck zu wünschen.
Die Straße von Chicago nach St. Louis existierte in fast
derselben
Streckenführung schon lange bevor die Route 66 aus der
Taufe gehoben
wurde. In früheren Jahren war sie unter dem Namen
"Pontiac Trail" bekannt,
nach dem berühmten Häuptling der Ottawa, der als
Hauptorganisator der
Indianerkriege im 18. Jahrhundert gilt. Er wollte damals
die Landnahme der
Weißen im Westen verhindern, sein Stamm treckte oft
über diesen Weg, und
nahe bei St. Louis wurde Pontiac später von einem
bestochenen Indianer
ermordet. Vielleicht kann man es als tragische Ironie des
Schicksals
bezeichnen, daß über die Route 66 später eine Art
moderne Landnahme in
Southern California ins Rollen kam und daß gerade der
Pontiac Trail für einen
Teil der Route 66 die Trasse stellte. Aber heute diktiert
das Industrie- und
Autozeitalter die Geschichte. Für Chief Pontiacs
Gefühle und ähnliche
Feinheiten ist dort kein Platz.
Nicht ganz frei von Schlaglöchern: die Route 66
bei Pontiac
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